Der Pestbutz

Im Mittelalter grassierte die Pest und peinigte die ganze Gegend bis ins Jahr 1658.In dieser Zeit wurde das Spital „Zum Heiligen-Geist“ in Dornstetten errichtet, das sich auch der Pestkranken annahm.

Die Pestpfleger hüllten sich – der Überlieferung nach – in alte lange Kleidungsstücke und trugen als Merkmal den „Kegel“, um weithin schon als ein mit der Pest in Berührung stehender erkannt zu werden. Zum Eigenschutz hatten diese Pfleger einen mit Essig getränkten Mundschutz.
An diese Pestpfleger soll der Pestbutz erinnern.
Der Narrenruf lautet: „Pest – Butzaaa“

Tatsächlich sei hier noch genannt, dass die schlimme Zeit der „Pestilenz“ auch etwas Positives für Dornstetten bewirkte:
So übersiedelte im Jahre 1482 die philosophische Fakultät der Universität Tübingen in das pestfreie Dornstetten – das somit für einige Zeit in den Genuss kam, eine Universitätsstadt zu sein. Natürlich sind wir darauf heute noch stolz.

Das Häs ist schlicht gehalten, der einzige Schmuck ist ein Wildsaufell, das das „dicke Fell“ andeuten soll, das ein solcher Pfleger brauchte, um von der Pest nicht selbst hinweggerafft zu werden. Es dient ihm auch als Wärme- und Regenschutz. Der Butz führt in der Regel eine Streckschere oder einen Stangenlöffel mit, womit die Erkrankten versorgt wurden.